Freitag waren wir im Lu Xun Park, benannt nach einem der bekanntesten Schriftsteller Chinas. Im Park hat man deutlich gemerkt, dass es nun endlich Frühling wird: es blüht in allen Farben und wird auch endlich wärmer. So sind wir eine Weile im Park herumspaziert und haben uns das Lu Xun Museum angeschaut, welches allerdings mäßig spannend war.
Im Anschluß daran sind wir ein wenig durch das Hongkou-Viertel gegangen. Besonders interessant ist hier die Duolon Lu, eine Straße, in der es allerlei Stände gibt, die Jade, Perlen und ähnliches Verkaufen. Außerdem gibt es einige Gallerien, die zum Teil wirkliche Schätze bergen. Außerdem findet man eine christliche Kirche gebaut im chinesischen Pagoden-Stil (Bild siehe unten).
Gestern haben wir uns dann das jüdische Ghetto angeschaut. Zwischen 1933-45 sind einige Juden aus Deutschland nach Shanghai emmigriert. Diese wurden - nachdem die Japaner in den Krieg eingetreten sind - in diesem Viertel im Norden Shanghais angesiedelt.
Die Architektur in diesem Viertel unterscheidet sich zwar sichtbar vom Rest Shanghais, das ist jedoch fast das Einzige, was noch an die jüdische Vergangenheit erinnert. Da während Maos Herrschaft das Leben für die Juden ungemütlicher wurde, sind viele wieder emmigriert - heute leben nur noch ca. 800 Juden in Shanghai. So leben heute in dem Viertel "normale" Chinesen wie auch sonst überall und wäre nicht das Muesum der jüdischen Vertriebenen, würde man nicht merken, dass man im jüdischen Gettho ist.
Interessant fanden wir dann auch vorwiegend das bunte Treiben der Chinesen. Auf der Straße und im Park wird Karten gespielt und sogar so etwas wie Tisch-Stockschießen: auf einer Art eckigem Stehtisch liegen runde Taler (etwa wie aus Dame oder Mühle) und diese werden mit Mini-Billard-Queues in Taschen geschossen.
Verlässt man die Hauptstraße des jüdischen Ghettos kommt man auf einen großen Markt. Hier wird einfach alles verkauft: Gemüse, Fleisch, Fisch (mehr oder weniger lebend...), Süßwaren, DVDs, Blumen, Socken, undundund. Hier haben wir uns eine ganze Weile treiben lassen und gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergeht. So waren wir dann auch erst um 16:05 an dem Tempel, den wir uns eigentlich noch anschauen wollte und dieser hatte schon zu. So haben wir also noch einen Grund, noch mal in den Norden zu fahren.
Nun aber die Bilder der letzten beiden Tage:
Ein Friseur mitten auf der Straße - ob ich dem meine Haare anvertrauen würde...?

Markt


Besagtes "Tisch-Stockschießen"

Häuser des jüdischen Ghettos:

So wird in Shanghai Wäsche getrocknet

Das Expo-Makottchen (die kleinen blauen Männchen auf dem Schiff) ist allgegenwärtig - am 01.05. startet die Expo und man kann ihr schon jetzt nicht entgehen.

Auch das Arbeiten am Straßenrand sieht man hier an fast jeder Ecke.

Kirche im Pagodenstil

Frühling :-)
Sehr beeindruckend was ihr beiden bisher in der Stadt schon erlebt habt.
AntwortenLöschenDen Friseurbesuch würde ich lieber auf Mai verschieben :-), und das Tischstockschießen wär doch was für Holger, falls er keinen Billardtisch findet :-)