Mittwoch, 24. Februar 2010

Am Ziel

Um es vorweg zunehmen, dieser Eintrag wird sich wahrscheinlich wie ein unstrukturiertes, buntes Pottporie lesen, was in etwa die Erlebnisse unserer erten beiden Tage in China nachzeichnet.

Nach einer Zwischenübernachtung in Sydney ging es nach dem wunderschönen Südseeurlaub weiter nach Shanghai. Die Anreise war absolut problemlos, obwohl eine Verständigung mit den Chinesen praktisch nicht möglich ist. Selbst die Zollbeamten am flughafen sprechen kaum ein Wort Englisch. Immerhin gibt es an den Verkehrsknotenpunkten Hinweisschilder auf Englisch. Auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt haben wir den Transrapid getestet, der sich so ähnlich fährt wie eine normale Bahn, aber ein bisschen wackliger als ICE. Das Komfortminus wird aber durch den schnellen Transfer in die Stadt wieder aufgewogen.Auch Metro und Taxi waren in Ordnung und recht günstig. Die Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel in Deutschland könnten sich ruhig ein Beispiel an der Preisgestaltung und Taktung.

Am späten Abend in der Wohnung angekommen, mussten wir feststellen, dass chinesischer Wohnraum (leider) keinesfalls deutschem Standard entspricht. So sind z.B. Wasserrohre auf der Wand quer durch die gesamte Wohnung verlegt, chinesische Wasserhähne scheinen sich recht schnell abzugreifen und werden nicht unbedingt aus rostfreien Materialien hergestelt usw. Trotzdem lässt es sich hier ganz gut aushalten, alles erfüllt seinen Zweick und es ist soweit sauber. Das Zimmer ist zweckmäßig eingerichtet und glücklicherweise sehr ruhig gelegen. Obwohl die Stadtluft ganz sicher nicht die beste ist, sind bei Sonnenaufgang zwitschernde Vögel zu hören. Auf den Straßen und Wegen sieht man übrigens weniger Dreck als in Deutschland.

Wir wohnen mitten in der Stadt, sehr nahe am Zentrum. Überall gibt es kleine Läden, von Garküchen über Restaurants, kleine Klamotten- und Tante Emma Läden bis hin zu großen Supermärkten ist alles zu Fuß erreichbar. Trotzdem waren wir die ersten beiden Tage fast komplett damit beschäftigt, uns die benötigten Haushaltsutensielien zu kaufen. Es ist nicht immer ganz einfach, sich in der Flut von Läden ohne jegliche Chinesischkenntnisse zurecht zu finden. Auch die Preise unterscheiden sich von Geschäft zu Geschäft sehr stark. Einheimische Lebensmittel sind äußerst günstig. Produkte, die eher dem europäischen Standard entsprechen sind teilweise teurer als in Deutschland. Gleiches gilt für Restaurants.

Shanghai ist eine bunte Stadt, so wie man sich das in Asien eben vorstellt. Und die Wolkenkratzer im Stadtzentrum sind schlicht überwältigend. Es wird also eine abwechslungsreiche und interessante Zeit werden.

Mittlerweile haben wir uns bzw. unseren Wohnsitz auch schon bei der Polizei registriert, was eine recht unterhaltsame Angelegenheit war, da es natürlich auch dort an Englischkenntnissen gemangelt hat. Gleiches gilt für die Uni Bediensteten, bei denen ich zum Einschreiben war. Die Mitarbeiter des CDHK sprechen jedoch alle fließend Deutsch oder Englisch, so dass es an der Uni alles in allem keine größeren sprachlichen Probleme geben sollte. Der Campus ist übrigens riesig.

Nachdem nun die wichtigsten Besorgungen erledigt sind, können wir die nächsten Tage vor dem Semesterbeginn verstärkt darauf verwenden, die Stadt ein wenig kennen zu lernen. Wobei sich das sicher nicht in ein paar Tagen bewerkstelligen lässt, wie es in Sydney der Fall war. Und Sydney ist mit über vier Millionen Einwohnern sicherlich auch nicht ganz klein. Das Abenteuer kann also Beginnen.

Tripp ins Paradies

Unser zweites Ziel auf dem (Um-) Weg nach Shangai war die Südsee. Von Sydney ging es mit dem Flugzeug auf die Hauptinsel der Fidschis, nach Nadi. Dort blieben wir eine Nacht in einem kleinen Backpacker Hostel am wunderschönen Strand, bevor es am nächsten Tag auf die Fähre zu den Yasawas, einer Inselgruppe im Norden der Fidschis ging. Um es vorweg zu nehmen, die Fidschis bieten Postkartenidylle pur. Somit war bereits die Bootsfahrt weniger lästige Anreise, als vielmehr ein schönes Erlebnis für sich. Es ging abwechselnd vorbei an kleinen Inselchen, die sich problemlos in wenigen Minuten zu Fuß umrunden lassen, und größeren, Urwald bewachsenen Eiländern, an deren Küsten immer wieder kleine sandstrandige Buchten eingebettet sind in felsige Klippen. Nach vier Stunden auf der Fähre und einigen Minuten durch die seichten türkisblauen Wasser im kleinen Motorböötchen waren wir an unserem ersten Ziel angekommen, dem Ressort Safe Landing ganz im Norden der Fidschis. Wir waren hier die einzigen Gäste und hatten die gesamte Bucht mit einem wunderschönen, seicht abfallenden Sandstrand, zu beiden Seiten begrenzt von einigen Felsen, für uns alleine. Es ließ sich dort wunderbar aushalten: relaxen am Strand und in der Hängematte, baden im angenehm warmen Meer, schnorcheln an den Rändern der Bucht. Was will man mehr? Gutes Essen natürlich. Und das gab es dort reichlich, z.B. geräucherten Fisch auf Kokosschaum, serviert auf der offenen Terrasse mit Blick auf eine malerische Bucht. Hier haben wir uns auch ein Dorf der einheimischen angesehen, die doch in sehr einfachen Verhältnissen, meist in Holzhütten, wohnen. Elektrizität gibt es auf den Inseln überwiegend nur stundenweise abends. Internetzugang und Telefon sind ebenfalls keine Selbstverständlichkeiten. Nach zwei Tagen ging es weiter nach Coral View. Hier hatten wir es mit „Massentourismus“ á la Fidschi zu tun. Das heißt, in dem Resort waren schätzungsweise um die fünfzig Reisende zu Gast. Die Hütte, in der wir wohnten war die beste des gesamten Urlaubs und direkt vor dem Ressort lag ein schönes Schnorchelrevier. Dafür führte der Weg zum Badestrand einige Minuten über einen Dschungelpfad und einen nicht ganz perfekten, da etwas felsigen, Strandabschnitt entlang. Von Coral View aus nahmen wir an einem kleinen Bootsausflug zu einer Höhle, die nur tauchend unter Wasser zugänglich ist und in der eine Szene des Filmes „Die blaue Lagune“ gedreht wurde, teil. Ein unvergessliches Erlebnis. Die folgende Nacht verbrachten wir im Sunrise Resort, wo wir in einer netten Hütte an einem der tollsten Strände wohnten. Auf dieser Insel wurde, ein paar Gehminuten entfernt der Film „Die blaue Lagune“ gedreht. Natürlich haben wir uns den Drehort auf einem kleinen Spaziergang angesehen, mussten aber etwas enttäuscht feststellen, dass sich der Ausflug nicht unbedingt gelohnt hat. Denn unser Strand war bei weitem schöner. Hier war außerdem die Atmosphäre am herzlichsten, die Betreiber sorgten stets für gute Stimmung und viel Unterhaltung für das knappe Dutzend Gäste. Unser vorletzter Stopp war dann White Sandy Beach. Der Name war Programm, jedoch konnte man kaum ins Wasser baden gehen, da direkt am Strand Korallen bis wenige Zentimeter unter die Wasseroberfläche wuchsen. Trotzdem würde ich jederzeit wieder dorthin fahren, da es dort das mit Abstand beste Riff zum Schnorcheln gab. Neben allerlei in den buntesten Farben schillernden Fischen, farbenfrohen Korallen und Seesternen ist uns sogar ein Katzen(?)hai über den Weg geschwommen. Zu guter Letzt übernachteten wir auf Bounty, einer der kleinsten Inseln, die sich in wenigen Minuten umrunden ließ. Der Strand war leider ein wenig zu sehr von Muscheln und Korallenbruchstücken bedeckt. Da wir aber erst abends ankamen und am folgenden Vormittag bereits Richtung Flughafen aufbrechen mussten, war dies nicht weiter dramatisch. Die Zeit reichte gerade noch für einen Schnuppertauchgang im Pool. Übrigens der einzige Pool, den wir auf den Inseln gesehen haben.

Sydney, die Zweite

Zunächst einmal Entschuldigung, dass wir uns mit einige Zeit nicht gemeldet haben. Zunächst hatten wir keinen Internetzugang und dann mussten wir herausfinden, wie sich die chinesische Sperre von Blogger umgehen lässt. Aber nun zum Wesentlichen, dem nächsten Bericht:

Das Wetter war uns auch in den Folgenden Tagen wohl gesonnen, so dass wir den australischen Hochsommer voll und ganz genießen konnten. Nachdem wir die Innenstadt sowie einige der Suburbs ausführlich erkundet hatten, verlegten wir uns zusehends auf die im Norden und Süden angrenzenden Küstengebiete. Der Strand in Mona Vale, ca. eine Stunde nördlich von Sydney gelegen, ist sehr zu empfehlen. Recht ruhig, schön gelegen und eine Felsklippe, die die Bucht in zwei Abschnitte teilt bietet eine hervorragende Photokulisse. Ob Schwimmen dort ratsam ist, zweifeln wir allerdings an. Denn am folgenden Tag wurde dort ein Surfer von einem, wenn auch offensichtlich sehr harmlosen, Hai angegriffen. Ebenfalls sehr gut gefallen hat uns Manly. Dort gibt es eine kleine Badebucht am Yachtclub sowie einen großen, recht touristischen, aber trotzdem nicht all zu überlaufenen Strand. Zudem ist bereits die Anfahrt mit der Fähre von Sydney Harbour ein wunderbares Erlebnis. Obligatorisch ist natürlich auch der Besuch von Bondi Beach, dem bekanntesten Strand Sydneys, wo auch der olympische Beach Volleyball Wettbewerb stattfand. Natürlich ist der Strand riesig, wie sonst hätte damals das Stadion dort Platz finden sollen. Der Berühmtheit sei Dank ist Bondi aber auch recht überlaufen und übernimmt damit die undankbare Rolle des Schlusslichts in unserem Strandranking. Die Küste hat jedoch nicht nur einige wunderbare Badestrände, sondern auch schöne Klippen zu bieten. Oft gibt es zwischen zwei Strandorten - eigentlich sind es meist eher kleinere Städte – so genannte Beachwalks, also Spazierwege entlang der Küste. Der von Coogee Richtung Bondi führt über einige Klippen und sehr unterschiedliche Buchten, ist somit landschaftlich abwechslungsreich und hat uns entsprechend gefallen.

Gerne hätten wir uns auch noch Canberra angeschaut und wären an der Küste Richtung Süden nach Jervis Bay gefahren. Doch leider wurde das Wetter gegen Ende unseres Sydney-Aufenthaltes wieder sehr unbeständig und regnerisch. Entsprechend sind diese Pläne den Launen der Natur zum Opfer gefallen. Da wir nicht noch einmal einen derart verregneten Ausflug wie zu den Blue Mountains riskieren wollten, haben wir es letztlich vorgezogen, uns auf die nähere Umgebung Sydneys zu beschränken und entsprechend flexibler zu sein. So haben wir uns beispielsweise den Olympic Pool angeschaut und waren dort schwimmen. Trotz des Regens hat uns die Zeit in Australien wirklich viel Spaß gemacht, zumal wir eine tolle Gastgeberin hatten. Vielleicht bietet sich irgendwann in der Zukunft ja die Gelegenheit, auch die anderen Ausflugspläne umzusetzen und weitere Teile Australiens zu bereisen.

Dienstag, 9. Februar 2010

Die ersten Tage in Sydney

Nach zwei Tagen und ebenso vielen Langstreckenflügen sind wir letzten Freitag an unserem ersten Reiseziel, Sydney, angekommen. Die Temperaturen waren zwar von der ersten Minute an hochsommerlich. Jedoch war unser erstes australisches Wochenende äußerst nass - und das nicht, weil wir baden gewesen wären.

Samstags sind wir in die Blue Mountains, einen Nationalpark in der Nähe von Sydney, gefahren. Die positive Nachricht, links fahren ist total easy. Die schlechte, die schöne Landschaft konnten wir nur erahnen, da es den ganzen Tag über recht neblig war. Von den Three Sisters, einer Felsformation, haben wir immerhin eine gesehen, die anderen waren schüchterner und hatten sich komplett im Dunst versteckt. Vielleicht gibt es aber auch nur diesen einen Felsen und die Postkartenbilder sind alles Photomontagen; wir werden es wohl nie herausfinden. Immerhin, einen Wasserfall konnten wir aus nächster Nähe bestaunen, nachdem wir einen beschwerlichen Marsch auf uns genommen hatten. Sämtliche Wege standen mehr oder minder tief unter Wasser, einige waren nach Erdrutschen gesperrt. Kühles Nass gab es also im Überfluss, auch als Regen. Glücklicherweise haben wir uns beim low-quality Lunch keine Magenverstimmung eingefangen, vielleicht das Beste an dem Ausflug.

Tags darauf hatten wir geplant, nach Canberra zu fahren. Da die Wettervorhersage jedoch keine Besserung erhoffen ließ, ist dieser Tripp sozusagen sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Stattdessen haben wir die Regenpausen genutzt, uns ein wenig in Paddington, einem der hübschen, kleinen Vororte Sydneys umzusehen. Dabei sind wir zwar gelegentlich ein wenig nass geworden, aber an sich war es ganz nett.

Mittlerweile ist der Sommer in Australien zurückgekehrt und wir können den Aufenthalt in Sydney in vollen Zügen genießen. Entsprechend waren wir die letzten Tage viel in der Stadt unterwegs. Sydney ist sehr abwechslungsreich – moderne Wolkenkratzer stehen Wand an Wand mit Gebäuden aus der Kolonialzeit, Großstadtflair wechselt sich ab mit schönen Grünflächen und Parks, die Bucht mit Harbour Bridge und Opernhaus bietet ein tolles Panorama. Kurz gesagt, es ließe sich hier auch längerfristig wunderbar aushalten, wären da nicht die viel zu kurzen Ladenöffnungszeiten. Das City Sightseeing haben wir heute mit einem Spaziergang durch den Royal Botanic Garden abgeschlossen und wollen uns nun noch ein wenig die Küste rund um Sydney ansehen.

Den Tag lassen wir nun mit einem kurzen Strandbesuch ausklingen und verabschieden uns für heute!

Mittwoch, 3. Februar 2010

Das Abenteuer beginnt

In diesem Blog wollen wir von unserem zweiten Auslandssemester berichten. Diesmal zieht es uns weiter in die Ferne als letztes Mal: nach Shanghai. Heute ist es soweit, unser Asien Abenteuer beginnt. Bevor es endgültig nach Shanghai geht, machen wir noch einen Abstecher nach Australien.

Viel Spaß beim Lesen!

Jenny & Holger