Montag, 29. März 2010

1 Milliarde Chinesen

Eigentlich kann man sich ja kaum vorstellen, dass es eine Milliarde Chinesen gibt. Doch dieses Wochenende haben wir einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie viele Chinesen auf diesem Planeten leben. Gestern hatten wir traumhaftes Wetter: strahlender Sonnenschein und fast schon frühsommerliche Temperaturen. Bei diesem Wetter haben wir uns auf dem Weg in die Altstadt gemacht. Da es keine direkt U-Bahn-Verbindung zu unserem Zielort gab, sind wir zum Bund, der Uferpromenade Shanghais, gefahren, um von dort die restlichen Meter zu laufen. Bis vor kurzem war die Promenade noch Baustelle, so waren wir positiv überrascht, als wir gesehen haben, dass die Bauzäune nicht mehr stehen und die Uferpromenade zugänglich ist. Die Meldung hatte sich aber wohl schnell verbreitet, denn es war die Hölle los. Man hatte das Gefühl, halb Shanghai war auf den Beinen um am Bund spazieren zu gehen. Trotz des Gedränges war es aber ein schöner Blick auf den Fluss und das gegenüberliegende Ufer mit der Skyline. Nach ein paar hundert Metern im Gedränge war ich aber doch froh, die Promenade Richtung Altstadt verlassen zu können. Nur um dort festzustellen, dass hier noch mehr los war. Bei unserem letzten Altstadt-Besuch hatten wir wohl Glück und haben eine weniger touristische Ecke erwischt. Gestern sind wir in dem Touristen-Zentrum überhaupt gelandet: Es gab hunderte und hunderte Shops mit Pseydo-Antiquitäten und Souvenirs und das Geschiebe und Gedränge hat gar nicht mehr aufgehört. Eigentlich waren wir ja auf der Suche nach einem Mittagessen, gefunden haben wir aber nur T-Shirts, Stäbchensets und sonstige Mitbringsel. Nach einer kleinen Ewigkeit in dem Gedränge haben wir dann aber aus dem Tourismusherd herausgefunden und sind durch den für mich persönlich angenehmeren Teil der Altstadt gegangen. Zwar waren die Gebäude der Souveniermeile schöner, jedoch hat für mich der "normale" Teil der Altstadt mehr Flair. Hier hat man kleine Garküchen, an denen man immer wieder neue Leckereien entdecken kann. In kleinen Straßen gibt es Märkte, auf denen Gemüse, Fleisch, Teigwaren, Hühner, Fische und sogar Frösche angeboten werden. Durch diese Straßen sind wir dann gelaufen bis zum Stadtzentrum, von wo wir dann heim gefahren sind.
Mein Fazit des Tages: es war wirklich interessant, dieses Gedränge und Geschiebe vor allem im Tourismus-Teil der Altstadt erlebt zu haben, das Bunte treiben ist schon einzigartig. Allerdings brauche ich dieses Erlebnis wirklich nicht jeden Tag :-).

Die Altstadt und der Bund sind aber nicht das einzige, das wir uns an dem Wochenende angeschaut haben. Den Samstag haben wir in der Französischen Konzession verbracht und die restlichen Points of Interest dort abgehakt. Wir haben uns zwei Residenzen von chinesischen Politikern angeschaut. In einer kam direkt eine der Aufsichten zu uns. Sie war wohl recht begeistert, Europäer als Besucher zu haben uns wollte ihr Englisch ein wenig austesten. Das war auch in der Tat ganz gut, so dass wir eine kleine Privatführung durch die Residenz bekommen haben. Sonst hatte der verbliebene Teil der französischen Konzession aber nicht mehr so viel zu bieten. Eine recht westliche Straße war im Reiseführer noch angeschrieben und hier gab es tatsächlich einen Pariser Friseur und Küche aus aller Welt zu verhältnismäßig teuren Preisen. Immerhin wissen wir nun, wo sich das Paulaner und das Hofbräu hier in Shanghai befinden, wenn wir mal Lust auf deutsche Küche bekommen.

Da mein Sprachkurs inzwischen vorbei ist kann ich mich nun voll und ganz unserer Reiseplanung widmen. Leider haben wir doch nicht so viel Zeit wie gedacht, Peking, Hongkong und Macao wollen wir uns aber auf alle Fälle anschauen. Ich werde mich nun mal auf die Suche nach Flügen begeben und die Woche auch noch - versprochen! - Bilder hochladen.

Dienstag, 23. März 2010

Halbzeit

Mit Erschrecken muss ich feststellen, wie schnell die Zeit vergeht: meine drei Monate im Ausland sind schon zur Hälfte vorbei, in 6 Wochen fliege ich schon wieder nach Deutschland. Zwar freue ich mich auf die Heimat, doch werde ich die Andersartigkeit Shanghais vermissen.

Auch wenn es heute regnerisch ist, hatten wir die letzten Tage kein schlechtes Wetter und haben einiges unternommen:

Letzten Donnerstag haben wir uns den Jade Buddha Tempel angeschaut, einen der bekanntesten Tempel Shanghais. Er ist zwar sehr interessant und vor allem groß, jedoch zu touristisch aufgezogen. Es gibt fast mehr Souvenir- als Ausstellungs-Räume, was ich als etwas störend empfand. Im Anschluss an den Tempelbesuch sind wir durch ein Künstlerviertel in der Nähe gelaufen. Hier gibt es unglaublich viele Galerien, in denen zwar nicht alles schön ist, aber man findet doch auch sehr ansprechende Bilder. Vor allem eine Galerie mit Fotographien von Shanghai hatte viele schöne Bilder.
Am Freitag sind wir dann nach Pudong - dem Hochhausviertel Shanghais - gefahren und haben meinen Geburtstag nachgeholt: wir waren in der höchsten Bar der Welt im Jin Mao Tower. Von da aus hatte man einen beeindruckenden Ausblick über die Stadt. Allerdings war die Aussicht getrübt - die Stadt ist durch die vielen Baustellen einfach zu staubig für eine klare Sicht. Trotzdem war vor allem nach Sonnenuntergang der Blick über das Lichtermeer einzigartig. Der Blick auf den beleuchteten Oriental Pearl Tower ist sehr schön und man muss wirklich staunen wenn man Richtung Shanghai World Financial Center blickt und sieht, dass dies noch höher ist als der Jin Mao Tower. Richtig ins Staunen kommt man aber, sobald man wieder am Boden ist und nach oben schaut in dem Bewusstsein, gerade eine Höhendifferenz von 400 Metern im Aufzug zurückgelegt zu haben.
Auch die Geschichte des Stadtviertels ist beeindruckend: vor 15 Jahren befanden sich dort, wo heute ein paar der höchsten Hochhäuser der Welt stehen vorwiegend Reisfelder und Lagerhallen. Erst Mitte der 90er Jahre wurden erste Bauprojekte verwirklicht und inzwischen steht hier der dritthöchste Fernsehturm der Welt und mit dem Shanghai World Financial Center das dritthöchste Gebäude der Welt. Wo vor 15 Jahren Wald und Wiese waren leben heute 2 Millionen Menschen - das vermittelt glaube ich einen guten Eindruck vom rasanten Wachstum der Stadt.
Samstag sind wir dann vom Zentrum aus durch das französische Viertel gelaufen. In dem People's Park im Zentrum fand eine Art Heiratsbörse statt. Eltern hatten Steckbriefe von ihrem Sohn / ihrer Tochter ausgehängt mit den wichtigsten Angaben (Geburtsdatum, Größe,...) und versuchen so, passende Heiratskandidaten zu finden. Das wäre in Deutschland doch etwas befremdlich :-). Im französischen Viertel haben wir uns dann ein bis zwei Parks angeschaut und zwei Fußgängerzonen. Eine war sehr westlich und entsprechend exklusiv, eine eher chinesisch aber nicht weniger schön. Darüber hinaus haben wir uns ein traditionelles chinesisches Haus angeschaut, das in dem Stil von 1900 eingerichtet ist. Es zeigt zwar nicht wie der chinesische Durchschnitt lebte, sondern gehörte einer wohlhabenden Familie, aber es war sehr interessant, die damalige Einrichtung zu sehen.
Leider hatten die beiden Residenzen, die wir uns noch anschauen wollten, schon geschlossen, als wir bei ihnen ankamen. Diese Besichtigungen haben wir dann am Sonntag nachgeholt. In beiden Residenzen haben bedeutende chinesische (kommunistische) Politiker gelebt. In einer Residenz waren viele Schriftstücke und Dokumente ausgestellt. DIese war für uns nur bedingt interessant, da wir sie ja nicht lesen konnten. Die zweite Residenz war mehr von den Räumlichkeiten an sich und den Möbeln dominiert und somit spannender für uns. Im Anschluss haben wir uns die letzte Einkaufsstraße in dem Viertel angeschaut und danach ein paar Minuten des schönen Wetters im Jin'An Park genossen. Zwar findet man in Shanghai bei weitem nicht so viele und vor allem nicht so große Grünstreifen wie in München, ein paar schöne Parks sind jedoch vorhanden. Einer davon ist der Jin'An Park, der mit einem Teich und Wasserlauf, einem Felsabschnitt und vielen Bäumen und Hecken sehr schön angelegt ist.
Und dann war das Wochenende auch schon vorbei und gestern ist meine letzte Sprachkurswoche angebrochen. Die Zeichen bereiten mir zwar immer noch Schwierigkeiten, jedoch habe ich das Gefühl, mich mit der Sprache ein wenig besser im Alltag verständigen zu können. Heute habe ich die Uhrzeit gelernt und inzwischen kann ich schon kleinere Konversationn führen: neben meinem Namen kann ich sagen wo ich wohne, wie alt ich bin, was ich studiere, nach Preisen fragen, deutlich machen, wenn mir etwas zu teuer ist, und solche kleineren Dinge.
Damit ich auch weiterhin Fortschritte mache, werde ich für heute verabschieden und nun fleißig Vokabeln lernen.
Die Bilder der letzten Tage folgen!

Samstag, 13. März 2010

"Echtes" Shanghai

Gestern haben wir uns zum ersten mal in die Altstadt Shanghais begeben. Hier sieht man - wenn man in die kleineren Gassen geht - etwas vom "richtigen" Shanghai, von dem, wie wohl noch immer die meisten Chinesen leben. Und man ist doch erstaunt, wie sich das vom westlichen Lebensstandard unterscheidet. Hier findet der Großteil des Lebens auf der Straße statt: es wird gewaschen, Handwerker arbeiten auf der Straße und es gibt unzählige Garküchen. Auch der chinesische Markt, den wir besucht haben, und auf dem Tiere (lebend: Vögel, Katzen, Schildkröten, Baby-Hasen,...), und Blumen angeboten wurden, war sehr interessant und ganz anders als die touristischen Märkte. Damit ihr einen richtigen Eindruck bekommt, stelle ich an das Ende des Blogs ein paar Bilder.
Neben dem echten Shanghai haben wir uns auch eine Art Gedenkstätte/Tempel angeschaut an dem Ort, wo das letzte verbliebene Stück alte Stadtmauer noch steht (die Chinesen haben ja ein Faible dafür, alles historische abzureißen). Direkt daneben steht ein klassischer Tempel, der uns auch sehr gut gefallen hat. Gar nicht zu vergleichen mit christlichen Kirchen. Aber ich glaube auch hier vermitteln die Bilder mehr, als ich erzählen könnte!

Erzählen kann ich vielleicht besser von meinem Sprachkurs. Inzwischen machen wir zwar noch wie vor viele Sprachübungen. Es ist wirklich schwierig, wenn man nach Diktat die einzelnen Betonungen erkennen muss und man ist erstaunt, wie viele Fehler man doch macht und wie wichtig das ganze doch ist. Zum Glück konzentrieren wir uns nun doch auch vermehrt auf kleinere Alltagsdialoge: wie stelle ich mich vor, wie frage ich jemandem nach seinem Namen und solche Sachen. Da die Klasse inzwischen auch drei Worte Chinesisch spricht, fällt auch die Kommunikation mit der Lehrerin, deren Englisch doch dürfig ist, etwas leichter. Man kann zumindest erahnen, was sie von einem möchte :-).
Und auch im Alltag merkt man schon erste Fortschritte: ich kann inzwischen Nudeln und Reis bestellen, sagen, wie viel ich wovon möchte, mich bedanken, verabschieden, die Preise verstehen, ... Und ganz wichtig: die Baozi (chinesische Hefeklöße mit Füllung, ähnlich wie Dampfnudeln) und die Jaozi (Teigtaschen ähnlich wie Ravioli oder Maultaschen) mit Fleischfüllung bestellen, da die deutlich besser schmeckt als die Füllung mit Gemüse oder roten Bohnen!
Zwar tue ich mir immer noch schwer mit dem Lernen der Zeichen, aber auch hier habe ich schon Erfolgserlebnisse: gestern in der U-Bahn konnte ich bei einigen Stationen ein paar Silben lesen und z.B. auch schon das Zeichen für Tür erkennen. Am Tempel konnte ich auf dem Schild mit den Eintrittspreisen schon erkennen, was der Preis mit Studentenermäßgigung ist. Es sind zwar alles nur Kleinigkeiten, die zeigen einem aber doch, dass man schon erste Fortschritte ermacht.

Jetzt aber genug erzählt, ihr seid sicher schon gespannt auf die Bilder:





Hier sind uns unsere Jaozi frisch zubereitet worden:


















Hier besser nicht so genau hinschaun: es werden ganze Vögel, Frösche, etc. angeboten...







Und Holgers Favorit:

Freitag, 12. März 2010

Erste Woche an der Uni

In den vergangenen fünf Tagen hatte ich mein erstes Blockseminar an der Uni, Beteiligungsmanagement. In der Tat ein interessantes Thema, das aber leider zu oberflächlich behandelt wurde. Dafür gab es einen sehr interessanten Vortrag des stellvertretenden Vortandsvorsitzenden von ThyssenKrupp. Etwas störend war einmal mehr die Organisation. Ursprünglich wurde uns angekündigt, dass die Klausur in etwa ein bis zwei Wochen nach dem Kurs stattfinden sollte. Dies wurde mittwochs dann aber revidiert, die Klausur fand direkt im Anschluss an den Kurs Freitag Nachmittag statt. Da ich noch eine Präsentation zu erstellen hatte, blieben zum Lernen letztlich nur ein paar Stunden am Donnerstag Abend. Nach dieser suboptimalen Vorbereitung wurde dann auch noch ein Thema abgefragt, das in der Veranstaltung gar nicht behandelt worden war. Was soll's, ich bekomme den Kurs in Mannheim ohnehin nicht angerechnet.

Das Organisationsthema scheint ohnehin zum Dauerbrenner zu werden. Kurse, an denen wir eigentlich hätten Teilnehmen dürfen, stehen uns nun doch nicht offen oder die Anmeldefrist für solche Kurse ist - entgegen der Informationen dir wir erhalten hatten - bereits vor Semesterbeginn abgelaufen. Kurzfristig fand ich das recht ärgerlich. Allerdings eröffnet sich so mehr Freizeit, die sich hier ganz sicher auch gut nutzen lässt. Es hat also alles seine Vor- und Nachteile.

Nächste Woche beginnt auch mein Chinesisch Kurs. Ich bin schon gespannt. Vielleicht ergeben sich dann auch mehr Kontakte zu Internationals. Bisher hatte ich praktisch nur mit Deutschen zu tun. Vielleicht findet sich auch noch ein chinesischer Sprachpartner.

Das Wetter ist übrigens ein wenig besser geworden. Die letzten Tage war es trocken, gestern sogar sehr sonnig und angenehm warm. Pünktlich zum Wochenende haben die Temperaturen aber wieder nachgelassen. Zudem stürmt es ziemlich. Wir werden uns trotzdem gleich auf den Weg machen, einige der Stadtviertel zu besuchen, die wir bisher noch nicht kennen.

Sonntag, 7. März 2010

Impressionen

Auch wenn die Photos dank des hervorragenden Wetters nicht sonderlich viel Charme versprühen, will ich euch trotzdem einige Impressionen unserer ersten Tage in Shanghai nicht vorenthalten.

Die Skyline des Stadtteils Pudong (der Blick ist durch eine große Baustelle am diesseitigen Flussufer leider stark einschränkt) mit dem höchsten Fernsehturm Asiens, dem Oriental Pearl Tower, der das Wahrzeichen Shanghais ist:


Nanjing Road bei Nacht:


People Square:


JingAn Tempel:


Typische Häuserzeile:


Modell des Staadtzentrums im Urban Planning Museum:

Sprachkurs

Inzwischen sind wir ja schon zwei Wochen inShanghai und auch die erste Woche meines Sprachkurses habe ich schon hinter mich gebracht. Da ist es dringend an der Zeit, dass auch ich einen Bericht für unseren Blog schreibe.

Wie Holger berichtet hat, haben wir uns sehr gut eingelebt, schon einiges an chinesischem Essen ausprobiert und uns mit der Küche wirklich angefreundet - vor allem auch mit den Preisen :-). Womit wir uns noch nicht angefreundet haben, ist das Wetter: seit Tagen ist es grau in grau und meist verregnet. Zu meinem Geburtstag am Mittwoch wollten wir eigentlich ein bisschen was unternehmen, aber schon der Weg von der Uni zur U-Bahn hat gereicht, um uns völlig zu durchnässen, sodass wir nur froh waren, in der Wohnung anzukommen und uns trockene Sachen anziehen zu können.
Heute war dann der erste trockene Tag seit langem. Zwar war es immer noch kalt und grau, aber man ist ja schon mit wenig zufrieden ;-). So haben wir uns dann auf den Weg gemacht zum Shanghai Museum, einem der größten Museen der Stadt mit Porzellan-Exponanten, die bis zu 6000 Jahre alt sind, Steinfiguren, Münzsammlungen, Gegenständen aus Bronze, Jade, und vielem mehr. Sehr interessant, aber einfach zu viel, um sich alles im Detail anzuschauen.
Im Anschluss sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen zum Bund, der Uferpromenade, an der historische Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten sind. Leider ist hier derzeit eine große Baustelle, da die Stadt sich für die Expo herausputzt. Aber in 1-2 Monaten ist die Baustelle hoffentlich weg, sodass man dann auch etwas besseren Blick auf die Gebäude hat, die zum Teil wirklich sehr schön sind.

Von unseren sonstigen Erlebnissen hat Holger bereits auführlich berichtet, so dass ich eigentlich nur noch von meinem Sprachkurs erzählen kann. Eigentlich ist er nicht schlecht. Wir sind ein recht kleiner Kurs mit 11 Teilnehmern, sodass gut auf jeden Einzelnen eingegangen werden kann. Ein bisschen schade ist, dass eine unserer beiden Lehrerinnen fast kein Englisch spricht. Viel mehr als "my Englisch poor" kann sie leider nicht sagen. Da der Kurs als Anfängerkurs praktisch kein Chinesisch spricht, gestaltet sich die Kommunikation recht schwierig. Die Lehrerin ist zwar sehr sympathisch, jedoch wäre es für einen Anfängerkurs sinnvoller, wenn sie einigermaßen Englisch sprechen würde. Die zweite Lehrerin spricht zum Glück ein recht gutes Englisch, was das Lernen doch um einiges erleichtert.
Viel gelernt haben wir jedoch in der ersten Woche noch nicht. Das, was das Chinesische besonders schwierig macht, sind die Betonungen. Die Chinesen haben vier Betonungen: einmal geht man mit der Stimme hoch, dann mit der Stimme runter, oder die Stimme bleibt gleich. In der vierten Variante senkt man die Stimme zuerst und hebt sie dann wieder. Und je nachdem, wie man das Wort "ma" betont, sagt man entweder Mutter oder Pferd. Man muss also wirklich aufpassen, um nicht für Verwirrung zu sorgen. So haben wir dann auch den Großteil der ersten Woche mit Stimmübungen verbracht, was doch auf die Dauer recht eintönig und unbefriedigend ist, weil man nicht das Gefühl hat, etwas zu lernen. Immerhin kann ich schon Hallo sagen, zählen und ganz wichtig: mir einen Kaffee bestellen. Das meiste an überlebenswichtigem Vokabular habe ich mir dann aus unserem Reise- und unserem Sprachführer herausgeschrieben und so sollte ich jetzt im Alltag gut klar kommen. So gibt es hier beispielsweise Teigtaschen mit drei verschiedenen Füllungen: mit Fleisch sind sie sehr lecker, mit Gemüse okay, nur gestern haben wir leider die dritte erwischt: eine Art süße Schokoladencreme, die überhaupt nicht geschmeckt hat. Daraufhin habe ich mir aus dem Reiseführer herausgesucht, was Fleisch heißt und dann heute Teigtaschen mit Fleisch bestellt. Es hat gut funktioniert, man hat mich verstanden und wir haben bekommen, was wir wollten ;-).
Was den Sprachkurs angeht, hoffe ich, dass wir nächste Woche anfangen, Alltagsdialoge zu üben. Zum einen reicht es mir wirklich mit den Sprachübungen, zum anderen sollte das doch sinnvoller sein, um sich in einer Stadt zurecht zu finden, in der niemand Englisch spricht.

Sonst gibt es hier wirklich nicht viel Neues. Ab Mittwoch soll das Wetter besser werden, dann können wir hoffentlich ein bisschen mehr unternehmen und euch auch Bilder von Shanghai präsentieren.

Freitag, 5. März 2010

Shanghai im Dauerregen

Mittlerweile haben wir uns gut in Shanghai eingelebt. All zu viel gibt es jedoch nicht zu berichten. Denn aufgrund des eher dürftigen Wetters haben wir noch keine größeren Unternehmungen in Angriff genommen. Nachdem die ersten beiden Tage zwar ein wenig grau, aber doch angenehm warm waren, ist der Winter zurück gekehrt. Die Temperaturen bewegen sich irgendwo zwischen null und zehn Grad, dazu bläst meist ein eisiger Wind und in letzter Zeit öffnet der Himmel gerne seine Schleusen, was schonmal zu leicht überschwemmten Straßen führen kann. Immerhin, ab Mitte nächster Woche soll sich die Wetterlage zusehends bessern.

Jennys Sprachkurs hat bereits diese Woche begonnen, aber davon berichtet sie wahrscheinlich am besten selbst. Meine Veranstaltungen an der Uni beginnen kommenden Montag. Bisher musste ich nur des Öfteren zum Campus, um mich einzuschreiben, mir Kurslisten zu besorgen, den Studentenausweis abzuholen usw. Ich war also auch ohne Vorlesungen ganz gut beschäftigt.

Mit dem chinesischen Essen freunden wir uns immer besser an, was zu einem guten Stück auch daran liegt, dass wir unseren Mägen mittlerweile auch die Garküchen zutrauen. Jedennfalls die, die einen ordentlichen Eindruck machen. Wie bereits erwähnt, kann man hier zu Preisen essen, zu denen man selbst kaum kochen kann. Eine große Portion Nudeln oder Reis mit Gemüse, Fleisch und Soße bekommt man für etwas mehr als einen Euro. Die meisten Gerichte, die wir bisher probiert haben, waren recht lecker. Oftmals schärfer gewürzt als in Deutschland, aber geschmacklich teilweise fast ähnlich. Noch billiger wird es, wenn man sich zum Essen nicht setzt, sondern was zum Mitnehmen kauft. Dann gibt es Reispfannen bereits ab 50 Cent. Zum gleichen Preis gibt's auch einen kleinen "Döner", sprich ein Teigfladen, gefüllt mit Fleisch und Grünzeug - sehr schmackhaft, einer meiner Favoriten. Fast noch besser sind gefüllte Teigtaschen, faustgroß für ca.10 Cent das Stück. Bisher hatte ich immer nur solche mit Fleischfüllung erwischt, angeblich gibt's die aber auch mit Gemüse oder süßem Quark. Selbst kochen gestaltet sich dagegen ein wenig schwierig. Zum einen ist unsere Küche nicht all zu gut ausgestattet und die Anschaffungskosten für eine entsprechende Mindestausstattung würde sich wohl kaum rechnen. Außerdem haben wir keinen vernünftigen Kühlschrank. Zudem wäre es Mühsam, die diversen Zutaten selbst zu kaufen. In den Supermärkten kann man sich zwar durchaus grob zurecht finden, aber man weiß immer erst im Nachhinein, was genau man da gerade gekauft hat. Wurst und Käse stehen leider nicht besonders weit oben auf dem chinesischen Speiseplan. Das ist jedenfalls unser erster Eindruck. Und Teigwaren gibt es praktisch nur in süßlich, z.B. Hefzoppf oder -brötchen, außerdem süße Teilchen. Das ist zwar alles sehr lecker, aber auf die Dauer nicht sonderlich abwechslungsreich. Und leider hat unser "Stammbäcker" seit Tagen nicht geöffnet - nahe gelegen, doppelt so gut und nur halb so teuer wie die Konkurrenz. Hoffentlich macht der wieder auf... Wir werden ganz sicher auch weiterhin unbekannte Gerichte testen und so unserem Speiseplan zu ein wenig mehr Vielfalt verhelfen.

Auch ein paar Billardhallen und Pubs mit Billardtischen habe ich mittlwerweile ausfindig gemacht. Teilweise war das gar nicht so einfach. Zum einen, weil man sich mit den chinesischen Straßennamen nicht immer so einfach zurecht findet und einige Locations, die man im Internet gefunden hat, schlicht nicht da sind, wo sie laut Recherche sein sollten. Zum anderen, weil die Läden teilweise sehr versteckt sind, auch wenn man bereits die richtige Adresse gefunden hat. Mein Favorit ist hier eine Billardhalle im zehnten Stock eines Gebäudes, in dem eigentlich ein Krankenhaus beheimatet ist. Es existiert natürlich kein Hinweisschild. Und auch der Haupteingang führt nicht ans Ziel. Nein, man muss durch einen Seiteneingang und wissen, welchen Fahrstuhl man zu nehmen hat. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele (des Englischen nicht mächtige) Chinesen ich, vor dem richtigen Haus auf der Straße stehend, ansprechen musste, bis ich endlich am Ziel war. Gestern Abend habe ich dann auch das erste Mal zum Queue gegriffen. In einem sehr netten Pub. Leider mit zu wenigen Tischen. Gespielt wird dort daher 8-Ball, Gewinner bleibt am Tisch. Soweit so gut, wäre da nicht die lange Warteliste gewesen. Nach zwei Stunden war ich dann endlich am Zug, das dann aber auch für über eineinhalb Stunden. Die anderen Spieler hat das glücklicherweise nicht zu sehr gestört. Im Gegenteil, wann bekommt man als Mann mal einen Drink ausgegeben? Insgesamt ein wirklich witziger Abend in bester Pub-Atmosphäre. Künftig werde ich aber auch noch die eher sportlicher orientierten Locations testen.

Donnerstag, 4. März 2010

Bilder von den Fidschis

Hier wie versprochen eine Auswahl an Bildern, die auf den Fidschi-Inseln entstanden sind: ein Südsee-Traum!

Hier eine der Hütten, in denen wir gewohnt haben:
















Hier eines der Dörfer der Einheimischen mit einem für die Fidschis typischen Baum.















Südsee-Feeling ...












































Hier wurden wir in unserem ersten Ressort mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt - dazu noch der Blick auf eine schöne Bucht: Paradies pur.






























Und zum Abschluss eine der kleineren Inseln, die man gut zu Fuß umrunden kann.

Mittwoch, 3. März 2010

Bilder von Sydney

So, inzwischen haben wir unsere Massen an Bildern sortiert und präsentieren euch nun die 1. Auswahl von Sydney.

An unserem 1. Tag waren wir wie berichtet in den Blue Mountains und haben frisches australisches Regenwasser genossen. Hier die Bilder:










Und hier ein paar Eindrücke von Sydney:





































Wir hoffen, jetzt habt ihr einen Eindruck wie toll und vielseitig diese Stadt ist und wie sehr wir die Zeit dort genossen haben. Die Fidschi-Inseln standen Sydney wie schon geschrieben in nichts nach. Die Bilder folgen in den nächsten Tagen!