Inzwischen sind wir ja schon zwei Wochen inShanghai und auch die erste Woche meines Sprachkurses habe ich schon hinter mich gebracht. Da ist es dringend an der Zeit, dass auch ich einen Bericht für unseren Blog schreibe.
Wie Holger berichtet hat, haben wir uns sehr gut eingelebt, schon einiges an chinesischem Essen ausprobiert und uns mit der Küche wirklich angefreundet - vor allem auch mit den Preisen :-). Womit wir uns noch nicht angefreundet haben, ist das Wetter: seit Tagen ist es grau in grau und meist verregnet. Zu meinem Geburtstag am Mittwoch wollten wir eigentlich ein bisschen was unternehmen, aber schon der Weg von der Uni zur U-Bahn hat gereicht, um uns völlig zu durchnässen, sodass wir nur froh waren, in der Wohnung anzukommen und uns trockene Sachen anziehen zu können.
Heute war dann der erste trockene Tag seit langem. Zwar war es immer noch kalt und grau, aber man ist ja schon mit wenig zufrieden ;-). So haben wir uns dann auf den Weg gemacht zum Shanghai Museum, einem der größten Museen der Stadt mit Porzellan-Exponanten, die bis zu 6000 Jahre alt sind, Steinfiguren, Münzsammlungen, Gegenständen aus Bronze, Jade, und vielem mehr. Sehr interessant, aber einfach zu viel, um sich alles im Detail anzuschauen.
Im Anschluss sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen zum Bund, der Uferpromenade, an der historische Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten sind. Leider ist hier derzeit eine große Baustelle, da die Stadt sich für die Expo herausputzt. Aber in 1-2 Monaten ist die Baustelle hoffentlich weg, sodass man dann auch etwas besseren Blick auf die Gebäude hat, die zum Teil wirklich sehr schön sind.
Von unseren sonstigen Erlebnissen hat Holger bereits auführlich berichtet, so dass ich eigentlich nur noch von meinem Sprachkurs erzählen kann. Eigentlich ist er nicht schlecht. Wir sind ein recht kleiner Kurs mit 11 Teilnehmern, sodass gut auf jeden Einzelnen eingegangen werden kann. Ein bisschen schade ist, dass eine unserer beiden Lehrerinnen fast kein Englisch spricht. Viel mehr als "my Englisch poor" kann sie leider nicht sagen. Da der Kurs als Anfängerkurs praktisch kein Chinesisch spricht, gestaltet sich die Kommunikation recht schwierig. Die Lehrerin ist zwar sehr sympathisch, jedoch wäre es für einen Anfängerkurs sinnvoller, wenn sie einigermaßen Englisch sprechen würde. Die zweite Lehrerin spricht zum Glück ein recht gutes Englisch, was das Lernen doch um einiges erleichtert.
Viel gelernt haben wir jedoch in der ersten Woche noch nicht. Das, was das Chinesische besonders schwierig macht, sind die Betonungen. Die Chinesen haben vier Betonungen: einmal geht man mit der Stimme hoch, dann mit der Stimme runter, oder die Stimme bleibt gleich. In der vierten Variante senkt man die Stimme zuerst und hebt sie dann wieder. Und je nachdem, wie man das Wort "ma" betont, sagt man entweder Mutter oder Pferd. Man muss also wirklich aufpassen, um nicht für Verwirrung zu sorgen. So haben wir dann auch den Großteil der ersten Woche mit Stimmübungen verbracht, was doch auf die Dauer recht eintönig und unbefriedigend ist, weil man nicht das Gefühl hat, etwas zu lernen. Immerhin kann ich schon Hallo sagen, zählen und ganz wichtig: mir einen Kaffee bestellen. Das meiste an überlebenswichtigem Vokabular habe ich mir dann aus unserem Reise- und unserem Sprachführer herausgeschrieben und so sollte ich jetzt im Alltag gut klar kommen. So gibt es hier beispielsweise Teigtaschen mit drei verschiedenen Füllungen: mit Fleisch sind sie sehr lecker, mit Gemüse okay, nur gestern haben wir leider die dritte erwischt: eine Art süße Schokoladencreme, die überhaupt nicht geschmeckt hat. Daraufhin habe ich mir aus dem Reiseführer herausgesucht, was Fleisch heißt und dann heute Teigtaschen mit Fleisch bestellt. Es hat gut funktioniert, man hat mich verstanden und wir haben bekommen, was wir wollten ;-).
Was den Sprachkurs angeht, hoffe ich, dass wir nächste Woche anfangen, Alltagsdialoge zu üben. Zum einen reicht es mir wirklich mit den Sprachübungen, zum anderen sollte das doch sinnvoller sein, um sich in einer Stadt zurecht zu finden, in der niemand Englisch spricht.
Sonst gibt es hier wirklich nicht viel Neues. Ab Mittwoch soll das Wetter besser werden, dann können wir hoffentlich ein bisschen mehr unternehmen und euch auch Bilder von Shanghai präsentieren.
Sonntag, 7. März 2010
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen