Montag, 29. März 2010

1 Milliarde Chinesen

Eigentlich kann man sich ja kaum vorstellen, dass es eine Milliarde Chinesen gibt. Doch dieses Wochenende haben wir einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie viele Chinesen auf diesem Planeten leben. Gestern hatten wir traumhaftes Wetter: strahlender Sonnenschein und fast schon frühsommerliche Temperaturen. Bei diesem Wetter haben wir uns auf dem Weg in die Altstadt gemacht. Da es keine direkt U-Bahn-Verbindung zu unserem Zielort gab, sind wir zum Bund, der Uferpromenade Shanghais, gefahren, um von dort die restlichen Meter zu laufen. Bis vor kurzem war die Promenade noch Baustelle, so waren wir positiv überrascht, als wir gesehen haben, dass die Bauzäune nicht mehr stehen und die Uferpromenade zugänglich ist. Die Meldung hatte sich aber wohl schnell verbreitet, denn es war die Hölle los. Man hatte das Gefühl, halb Shanghai war auf den Beinen um am Bund spazieren zu gehen. Trotz des Gedränges war es aber ein schöner Blick auf den Fluss und das gegenüberliegende Ufer mit der Skyline. Nach ein paar hundert Metern im Gedränge war ich aber doch froh, die Promenade Richtung Altstadt verlassen zu können. Nur um dort festzustellen, dass hier noch mehr los war. Bei unserem letzten Altstadt-Besuch hatten wir wohl Glück und haben eine weniger touristische Ecke erwischt. Gestern sind wir in dem Touristen-Zentrum überhaupt gelandet: Es gab hunderte und hunderte Shops mit Pseydo-Antiquitäten und Souvenirs und das Geschiebe und Gedränge hat gar nicht mehr aufgehört. Eigentlich waren wir ja auf der Suche nach einem Mittagessen, gefunden haben wir aber nur T-Shirts, Stäbchensets und sonstige Mitbringsel. Nach einer kleinen Ewigkeit in dem Gedränge haben wir dann aber aus dem Tourismusherd herausgefunden und sind durch den für mich persönlich angenehmeren Teil der Altstadt gegangen. Zwar waren die Gebäude der Souveniermeile schöner, jedoch hat für mich der "normale" Teil der Altstadt mehr Flair. Hier hat man kleine Garküchen, an denen man immer wieder neue Leckereien entdecken kann. In kleinen Straßen gibt es Märkte, auf denen Gemüse, Fleisch, Teigwaren, Hühner, Fische und sogar Frösche angeboten werden. Durch diese Straßen sind wir dann gelaufen bis zum Stadtzentrum, von wo wir dann heim gefahren sind.
Mein Fazit des Tages: es war wirklich interessant, dieses Gedränge und Geschiebe vor allem im Tourismus-Teil der Altstadt erlebt zu haben, das Bunte treiben ist schon einzigartig. Allerdings brauche ich dieses Erlebnis wirklich nicht jeden Tag :-).

Die Altstadt und der Bund sind aber nicht das einzige, das wir uns an dem Wochenende angeschaut haben. Den Samstag haben wir in der Französischen Konzession verbracht und die restlichen Points of Interest dort abgehakt. Wir haben uns zwei Residenzen von chinesischen Politikern angeschaut. In einer kam direkt eine der Aufsichten zu uns. Sie war wohl recht begeistert, Europäer als Besucher zu haben uns wollte ihr Englisch ein wenig austesten. Das war auch in der Tat ganz gut, so dass wir eine kleine Privatführung durch die Residenz bekommen haben. Sonst hatte der verbliebene Teil der französischen Konzession aber nicht mehr so viel zu bieten. Eine recht westliche Straße war im Reiseführer noch angeschrieben und hier gab es tatsächlich einen Pariser Friseur und Küche aus aller Welt zu verhältnismäßig teuren Preisen. Immerhin wissen wir nun, wo sich das Paulaner und das Hofbräu hier in Shanghai befinden, wenn wir mal Lust auf deutsche Küche bekommen.

Da mein Sprachkurs inzwischen vorbei ist kann ich mich nun voll und ganz unserer Reiseplanung widmen. Leider haben wir doch nicht so viel Zeit wie gedacht, Peking, Hongkong und Macao wollen wir uns aber auf alle Fälle anschauen. Ich werde mich nun mal auf die Suche nach Flügen begeben und die Woche auch noch - versprochen! - Bilder hochladen.

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